Förderkreis Expressiver Realismus e.V. München

Robert Liebknecht

1903 Berlin – 1994 Paris

Geboren am 26. Februar als Sohn von Karl Liebknecht und Julia geb. Paradies. 1911 Tod der Mutter. 1912 der Vater wird Reichstagsabgeordneter und heiratet die russische Kunsthistorikerin Sophie Ryss. Durch sie kommt Liebknecht schon während seiner Gymnasialzeit 1912-1919 mit der Kunst in Verbindung. Von 1915 an Malunterricht. Freundschaft mit Otto Freundlich, abstrakte Zeichenversuche. 1916-1918 kommt der Vater Karl Liebknecht wegen Teilnahme an einer Demonstration gegen den Krieg ins Zuchthaus; nach Begnadigung Gründung der KPD. Am 15. Januar 1919 werden Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg ermordet. Robert Liebknecht besucht die Lewin-Funcke-Malschule (Lehrer: Hans Baluschek, Willy Jaeckel), macht 1921 das externe Abitur, beginnt ein Universitätsstudium, geht aber 1923 an die Dresdner Kunstakademie (erst Ferdinand Dorsch und Max Feldbauer, später Meisterschüler bei Robert Sterl). 1926-1927 Reise nach Frankreich. Erste Lithographien werden gedruckt. 1927 Heirat mit Herta Goldstein. 1928-1929 Reise in die UDSSR. 1929 Beteiligung an der Ausst. des Deutschen Künstlerbundes in Köln. 1930-1933 als freier Maler in Berlin, Unterricht an der Volkshochschule in Neukölln. 1932 erste Einzelausst. innerhalb der „Juryfreien“. 1933 Entlassung aus dem Beruf; am 5. April Emigration nach Paris. Bilder und Bibliothek bleiben zurück. Wenige Arbeiten kann Herbert Tucholsky später nach Paris schicken. Alle anderen werden bei den Bombenangriffen vernichtet; trotz verschiedener Ausst., schwierige finanzielle Lage. 1936 zusammen mit Max Ernst, Eugen Spiro, Otto Freundlich u.a.  Mitbegründer des „Kollektivs deutscher Künstler“, aus dem 1938 der „Freie Künstlerbund“ hervorgeht; Beteiligung an dessen Ausst. deutscher Kunst in London und Paris. Erst 1939 durch Verkäufe der A.C.A. Gallery, New York, ist der Lebensunterhalt gesichert. Nach Kriegserklärung Frankreichs drei Monate Internierung in „Les Milles“. 1940 erneute Internierung, seine Frau kommt in das Lager Gurs. 1941 Geburt der Tochter Marianne. 1940-1943 Zwangsaufenthalt in einem Arbeitslager in Calvisson und Flucht in die Schweiz. 1945-1946 Rückkehr nach Frankreich, Arbeit in einem Heim für Kinder aus dem Warschauer Ghetto. 1946 wieder in Paris, Übersetzer zahlreicher Kunstbücher. Obwohl sein Oeuvre Portraits, Landschaften und Stilleben umfasst, konzentriert sich seine Arbeit immer mehr auf das Thema „Großstadtstraße“. 1956 französische Staatsbürgerschaft. Gestorben am 26. Okt. 1994.           Literaturauswahl: Michael Janitzki (Hrsg.), Robert Liebknecht, Ölbilder, Zeichnungen, Graphiken, und Texte zu Leben und Werk, Gießen 1991 (Texte: R. Zimmermann, H. Tucholsky, M. Flügge, H. Liebknecht und M. Janitzki)

Robert Liebknecht

Am Stadtrand von Berlin, 1931

Öl auf Pappe

50 x 67 cm

Künstler des Expressiven Realismus